Hier findet ihr Wissenswertes über ätherische Öle, Kräuter und viele andere feine Naturprodukte. Schaut herein, es lohnt sich!

Schlagwort: Destillation

Eine kühle Brise gefällig?

Neulich hab ich euch ja das Pfefferminzhydrolat empfohlen, heute möchte ich euch gerne etwas mehr über diese feine Pflanze, Mentha piperita, und ihr Hydrolat erzählen, da beides so gut zu den aktuellen Temperaturen passt.

Die Pfefferminze ist eine sehr genügsame und pflegeleichte Pflanze. Ich hole mir jedes Jahr eine von meinem Biobauern, weil ich sie so sehr schätze. Ein lauwarmer Pfefferminztee an einem heißen Sommernachmittag wirkt wunderbar kühlend.
Das Kraut hat aber noch viele andere Vorteile: Es unterstützt uns bei der Verdauung, hilft bei Krämpfen und Schmerzen, ist schleimlösend und nervenstärkend. Bei Kopfschmerzen könnt ihr eine kühlende Kompresse aus dem (zu Eiswürfel) gefrorenen Hydrolat machen. Die helfen auch ganz großartig bei Verstauchungen oder Prellungen.
In der Küche findet die Pfefferminze ebenfalls sehr oft Verwendung und verfeinert Suppen, Eintöpfe, Gemüse, Salate und im Kräuteressig darf sie auch nicht fehlen. Sogar in altägyptischen Gräbern von ca. 1200 vor Christus wurden ihre Blätter gefunden, also war sie wohl schon damals für ihre Heilwirkung bekannt.

Am Ende des Sommers trockne ich einen Teil und mit dem Rest mache ich einen Pfefferminz-Sirup. Aufgegossen mit Zitronen-, Apfel- und Orangensaft, ergibt das eine herrliche Limonade, die mich in der kalten Jahreszeit an den Sommer erinnert. <3

Für Kinder sind Minzen und ihre Produkte erst ab 6 Jahren geeignet. Bei den Kleinen kann das enthaltene Menthol zu schweren Atemproblemen führen, darum unbedingt zu Alternativen greifen. Wenn ihr schwanger seid oder euer Baby stillt, solltet ihr auch auf dieses Kraut verzichten, da die Milchsekretion zurückgeht. Beim Abstillen kann euch  die Pfefferminze, zum Beispiel als Tee, aber große Hilfe leisten.

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Nun zurück zum Hydrolat! 🙂 Wie es entsteht könnt ihr hier am Beispiel vom Lavendelhydrolat nachlesen.
Ich verwende mein Pfefferminzhydrolat im Sommer sehr gerne als kühlenden Bodyspray. Das enthaltene Menthol kühlt wunderbar ab, es hat auch eine leicht abschwellende Wirkung und es erfrischt bei Hitzewallungen zum Beispiel in den Wechseljahren. Wenn ihr Probleme habt morgens in die Gänge zu kommen, könnt ihr euch von Kopf bis Fuß damit einreiben, dann werdet ihr richtig munter und bekommt auch gleich einen tollen Frischekick.

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Wenn ihr fettige Haut oder Akne habt, hilft euch das Pflanzenwasser bei der Reinigung der Haut, bei gereizten Stellen wirkt es zusätzlich entzündungshemmend. Auch als Mundwasser bei Zahnfleischproblemen eignet es sich hervorragend, sowie bei Erkältungen aufgrund seiner antiinfektiösen und antiviralen Wirkung.

Ihr seht also, wir haben es hier mit einer vielseitigen Pflanze zu tun, die euch im Alltag sehr gut unterstützen kann.

Habt ihr schon mal euren sommerlichen Obstsalat mit einem Spritzer Pfefferminzwasser verfeinert? Schmeckt herrlich sag ich euch! 😀

Nächste Woche lest ihr hier Wissenswertes über Rosmarin und warum er mir persönlich schon sehr geholfen hat.

Bis bald & alles Liebe,

eure Mel

 

Quellenangabe:
„Hydrolate – Sanfte Heilkräfte aus Pflanzenwasser“ von Ingrid Kleindienst-John, freya Verlag
„Kräuterhandbuch für Mutter und Kind – Natürliche Kräfte wohltuend nutzen“ von Gertrude Messner, loewenzahn Verlag
„Die Kräuter in meinem Garten“ von Siegrid Hirsch und Felix Grünberger, freya Verlag

 

Wie kommt man vom Lavendel zum ätherischen Öl?

Vor einigen Jahren hab ich von den besten aller besten Freunden eine Destille zum Geburtstag bekommen. Lange Zeit war sie gut verstaut in ihrer Schachtel in einem Kasten. Aber vergangenen Samstag hab ich sie endlich ausgepackt und sie durfte ihren ersten Dienst verrichten. Und das Ergebnis war erstaunlich! Aber von Anfang an:

Bei der Destillation von ätherischen Ölen entstehen als Beiprodukt sogenannte Hydrolate. Diese wunderbaren Pflanzenwässer sind ein wichtiger Bestandteil der Aromatherapie und kommen dann zum Einsatz, wenn das ätherische Öl zu stark wäre, zum Beispiel bei kleinen Kindern, Schwangeren, bei älteren, empfindlichen Menschen oder sogar Tieren.

Die bekanntesten Hydrolate sind wohl Rosenhydrolat, Lavendelhydrolat oder Salbeihydrolat. Verwendung finden sie in der Naturkosmetik, der Aromatherapie, als Raumspray, aber auch als kulinarischer Genuss.  Ich habe, nachdem ich so viel Lavendel im Garten habe, natürlich meine Lieblingspflanze destilliert.

Erst habe ich mal alles zusammen getragen um dann während des Destillationsvorganges nicht hin und her laufen zu müssen. Dann musste alles mit Alkohol desinfiziert werden, denn die Hydrolate können leichter verderben, wenn Keime in den Flaschen zur Aufbewahrung oder auf den Arbeitsmaterialien sind. Danach hab ich den Lavendel geerntet und abgerebelt. Die Faustformel sagt 100g frische oder 150g getrocknete Pflanzen ergeben 100 ml Hydrolat. Erst kommt das Wasser in den  untersten Kessel, danach wird der Korb mit den zerkleinerten Pflanzenteilen eingesetzt. Ich habe den Lavendel abgerebelt, allein dadurch hat es schon wie verrückt  nach dem ätherischen Öl gerochen – ich mag das <3

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befüllter Pflanzenkorb

Danach wird der Rest zusammen gebaut, die Kühlkuppel kommt oben drauf. Danach habe ich noch den Zu- und Ablauf für das Kühlwasser installiert. Mein Partner hat mir hier eine Kupplung eingebaut, die ich an unseren Gartenschlauch stecken kann – sehr praktisch! Danach habe ich noch einen transparenten Schlauch an den Ablauf für das ätherische Öl und das Hydrolat angeschlossen und dann gings auch schon los. Hier hab ich das Foto der Destille beschriftet, damit ihr wisst, was gemeint ist. 😉

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Durch das kochende Wasser im unteren Kessel steigt Wasserdampf auf und trifft auf die Pflanzenteile. Dadurch werden all die feinen Stoffe aus den Pflanzen gelöst. Dann treffen sie in der Kühlkuppel ein, dort wird der Wasserdampf abgekühlt und läuft dann in flüssiger Form über den Ablauf ins Auffanggefäß.

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Kühlkuppel während des Destillationsvorganges – die Spannung steigt

Ich war beinahe zu ungeduldig und dachte schon, es funktioniert nicht. Aber dann, plötzlich kam der erste Tropfen Hydrolat und danach ein ganzer Schwall. Ich hatte eine riesen Freude damit!

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Da läuft das erste Lavendelhydrolat den Ablauf runter ins Auffanggefäß

Sofort verbreitete sich der typische Duft von Lavendel und hüllte meine ganze Pergola ein, es roch herrlich!

Leider war am Ende des Destillationsvorganges noch nicht viel ätherisches Öl zu sehen. Der eine oder andere Tropfen schwamm auf der Oberfläche, es war jedoch zu wenig um es abzuziehen. Darüber bin ich aber nicht traurig, denn immerhin habe ich 160 ml Lavendelhydrolat gewonnen. Aber ihr könnt euch jetzt ungefähr vorstellen wie wertvoll die ätherischen Öle sind, wahre Schätze der Natur!
Mein Hydrolat habe ich noch abgefiltert und jetzt muss es noch 4 Wochen lang im kühlen Keller ruhen. Ich bin schon sehr gespannt, wie es dann duften wird.

Mein feines Lavendelhydrolat wird mit Sicherheit bei meinen nächsten Kopfschmerzen als Kompresse zum Einsatz kommen, auch ins Badewasser wird ein „Schluckerl“ davon kommen. Ich sprühe das Hydrolat auch gerne auf unsere Pölster und Bettdecken, so schlafen wir ganz wunderbar in einer Lavendelwolke.

Habt ihr schon mal Lavendelhydrolat verwendet? Wenn ja, wofür? Vielleicht habt ihr schon mal die eine oder andere Creme damit gerührt oder eine Kompresse gemacht? Teilt mir eure Erfahrungen mit, ich bin immer neugierig auf neue Erkenntnisse über Einsatzmöglichkeiten!

In meinem nächsten Beitrag erzähle ich euch etwas über meine bevorstehende Aromarunde. Am kommenden Freitag bin ich nämlich wieder unterwegs um über die wunderbaren Öle zu sprechen und andere Menschen damit zu verzaubern. Dieses Mal wird es um das Thema Entspannung gehen – darauf freue ich mich schon sehr!

Du möchtest auch eine Aromarunde machen und einen duften Nachmittag oder Abend mit deinen Freunden verbringen? Dann melde dich gerne bei mir und wir planen deine persönliche Runde gemeinsam!

Alles Liebe, eure Mel

 

Quellenangabe: „Hydrolate – Sanfte Heilkräfte aus Pflanzenwasser“ von Ingrid Kleindienst-John, Freya Verlag

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