Mels duft(er) Blog

Hier findet ihr Wissenswertes über ätherische Öle, Kräuter und viele andere feine Naturprodukte. Schaut herein, es lohnt sich!

Kategorie: Lavendel

Duftende Reiseapotheke

Sommerzeit ist Urlaubszeit und oft stellt ihr mir die Frage: „Was kommt in deine Reiseapotheke, welche Öle nimmst du mit?“ Diese Frage möchte ich euch heute gern beantworten.

Nachdem ich seit über einem Jahr keine neuen Beiträge mehr hier geschrieben habe, bin ich sehr glücklich, dass ich endlich mal wieder die Zeit finde, euch heute Wissenswertes über meine duftende Reiseapotheke zu erzählen.

Zu Allererst kommt natürlich das Allroundtalent, das Lavendelöl in die Tasche. Ob als Abwehr gegen Gelsen, als Schmerzstiller bei Verbrennungen oder Insektenstichen, oder als Hilfe beim Entspannen und Einschlafen, es kann wirklich unbeschreiblich viel. Ich nehme es in erster Linie mit um das Hotelzimmer bzw. die Räume in denen wir uns zum Schlafen aufhalten wohnlicher zu machen. Das Lavendelöl hilft nicht nur beim Entspannen, sondern desinfiziert auch ein wenig die Raumluft und vermittelt mir einen sauberen und angenehmen Duft im Raum. Wenn ihr gerne mehr wissen wollt, was das Lavendelöl noch so alles drauf hat, hier könnt ihr mehr dazu lesen.

Lavendelblüte in meinem Garten
(c) Melanie Streit

Gerne verwende ich in Kombination mit dem Lavendelöl das Cajeputöl. Die beiden gemeinsam sind das Schmerzduo schlechthin. Ob bei Kopfschmerzen, Ohrenschmerzen oder Zahnschmerzen, hier leisen diese beiden Öle mal Erste Hilfe. Aber bitte ganz wichtig: wenn ihr Schmerzen habt, geht bitte zum Arzt und lasst euch das ansehen. Ätherische Öle bzw. meine Tipps sind kein Ersatz für einen Arztbesuch! Gerne könnt ihr hier weiterlesen, wenn ihr mehr über das vielfältige Lavendelöl wissen wollt!

Als nächstes habe ich das ätherische Öl der Immortelle eingepackt. Schlicht und einfach, weil mein Sohn ein kleiner Wirbelwind ist und auf der Entdeckung und Eroberung unserer schönen Welt – besonders im Urlaub 😉 – gibt es oft blaue Flecken. Das Immortellenöl sorgt dafür, dass blaue Flecken, Prellungen, etc… im Nu verschwunden sind. Was das für eine spannende und wunderschöne Pflanze ist und wie ihr das Öl anwendet, könnt ihr hier genauer nachlesen.

Ätherisches Öl der Immortelle, 50:50 in Jojobaöl
(c) Melanie Streit

Was ihr auch in meiner Tasche findet, ist das ätherische Öl der Cistrose. Dieses Öl verdient einen eigenen Beitrag, den ich euch ganz bestimmt hier liefern werde. Allerdings wird das noch ein wenig dauern. Jedenfalls nehme ich dieses Öl sehr gerne für Notfallsituationen mit, wenn es (hoffentlich NICHT) zu stark blutenden Wunden bzw. Schnittverletzungen kommt. Dazu gebe ich das Öl (Cistrose in Jojobaöl 10:90) direkt auf die Wunde und halte sie gut verschlossen. Das Öl wirkt wie ein Pflaster und die Blutung lösst rasch nach.

Im Idealfall habe ich bei solchen Verletzungen immer eine Flasche Rosenhydrolat zur Hand. Dieses sprühe ich immer vorweg auf Schürfwunden oder Schnittverletzungen um die Wunde zu reinigen und zu desinfizieren. Und weil dieses Hydrolat ohne Alkohol ist, brennt es auch nicht. Aber nicht nur in solchen Härtefällen ist dieses Hydrolat super, sondern auch als Gesichtswasser, oder wenn ihr – wie es mir leider schon einige Male passiert ist – vergessen habt, euch rechtzeitig mit Sonnenschutz einzuschmieren. Dann ist es wirklich eine Wohltat das Rosenhydrolat auf die sonnenstrapazierte Haut aufzutragen. Es kühlt angenehm und hilft der Haut sich wieder zu entspannen und zu regenerieren.

Rosenhydrolat
(c) Melanie Streit

Auch ganz super kühlend ist das Pfefferminzhydrolat. Hier habt ihr einen noch länger anhaltenden kühlenden Effekt und es unterstützt euch auch bei Kreislaufproblemen.

Ich persönlich hab auch sehr gerne das Öl der Krauseminze mit. Es riecht milder als das der Pfefferminze und es erinnert mich an meine Jugend, wo der „Spearmint“ Kaugummi ganz in war. Es leistet mir große Hilfe bei Kofpschmerzen, Übelkeit oder Magenschmerzen. Wie ihr es anwendet, findet ihr hier sehr gut erklärt!

Apropos Sonnenschutz: heuer bin ich ganz verliebt in das großartige Sonnenöl mit LSF 30, habt ihr es schon gesehen? Hier bekommt ihr ganz genaue Infos, ich sag nur es ist einfach herrlich! Es duftet nicht nur ganz großartig nach Pfirsich, es pflegt eure Haut gleich mit und obendrein habt ihr mineralischen, umweltfreundlichen und zuverlässigen Sonnenschutz. Genial, oder?

feeling Sonnenöl, LSF 30
(c) Melanie Streit

Manchmal, wenn die Klimaanlage im Hotelzimmer zu stark eingestellt war oder einen im Flugzeug die kalte Luft aus der Lüftung entgegen kam, kann es passieren, dass eine Erkältung daher kommt. Schon läuft die Nase oder der Husten macht sich bemerkbar. Für diese Fälle habe ich gern folgende Öle mit: Thymian linalool und/oder Eukalyptus staigeriana. Beide Öle könnt ihr auch bei Kindern ab 1 Jahr anwenden. Hier ist mir die Trockeninhalation am Liebsten. Einfach je einen Tropfen von den Ölen auf ein Taschentuch und immer wieder daran schnuppern. Auch nachts im Bett super zum Durchatmen!

Da ihr ätherische Öle nicht pur auf die Haut auftragen sollt, empfehle ich euch ein Basisöl mitzunehmen. Hier gibt es ganz viele Möglichkeiten. Zum Sommer passt natürlich ganz hervorragend das Kokosöl, aber auch Mandelöl oder das Jojobaöl. Die beiden letzteren sind noch dazu geruchsneutral. Die kleinen Gläser vom Kokosöl sind übrigens gerade in Aktion: 3+1 gratis! Direkt zum Shop kommt ihr hier!

Ich hoffe, ich konnte euch einen guten Überblick geben, was bei mir im Reisegepäck keinesfalls fehlen darf. Wie sieht das bei euch aus? Welche Öle dürfen bei euch nicht fehlen?

Die Produktlinks hab ich euch übrigens hinter den Produktnamen versteckt, so stören die Links euch nicht beim Lesen. Falls ihr noch Fragen habt, könnt ihr euch selbstverständlich jederzeit gerne an mich wenden. Kommentiert doch einfach hier oder schreibt mir auch gern ein Mail unter: mel@melsduftblog.at

Alles Liebe & gute Reise,

eure Mel

Wie kommt man vom Lavendel zum ätherischen Öl?

Vor einigen Jahren hab ich von den besten aller besten Freunden eine Destille zum Geburtstag bekommen. Lange Zeit war sie gut verstaut in ihrer Schachtel in einem Kasten. Aber vergangenen Samstag hab ich sie endlich ausgepackt und sie durfte ihren ersten Dienst verrichten. Und das Ergebnis war erstaunlich! Aber von Anfang an:

Bei der Destillation von ätherischen Ölen entstehen als Beiprodukt sogenannte Hydrolate. Diese wunderbaren Pflanzenwässer sind ein wichtiger Bestandteil der Aromatherapie und kommen dann zum Einsatz, wenn das ätherische Öl zu stark wäre, zum Beispiel bei kleinen Kindern, Schwangeren, bei älteren, empfindlichen Menschen oder sogar Tieren.

Die bekanntesten Hydrolate sind wohl Rosenhydrolat, Lavendelhydrolat oder Salbeihydrolat. Verwendung finden sie in der Naturkosmetik, der Aromatherapie, als Raumspray, aber auch als kulinarischer Genuss.  Ich habe, nachdem ich so viel Lavendel im Garten habe, natürlich meine Lieblingspflanze destilliert.

Erst habe ich mal alles zusammen getragen um dann während des Destillationsvorganges nicht hin und her laufen zu müssen. Dann musste alles mit Alkohol desinfiziert werden, denn die Hydrolate können leichter verderben, wenn Keime in den Flaschen zur Aufbewahrung oder auf den Arbeitsmaterialien sind. Danach hab ich den Lavendel geerntet und abgerebelt. Die Faustformel sagt 100g frische oder 150g getrocknete Pflanzen ergeben 100 ml Hydrolat. Erst kommt das Wasser in den  untersten Kessel, danach wird der Korb mit den zerkleinerten Pflanzenteilen eingesetzt. Ich habe den Lavendel abgerebelt, allein dadurch hat es schon wie verrückt  nach dem ätherischen Öl gerochen – ich mag das <3

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befüllter Pflanzenkorb

Danach wird der Rest zusammen gebaut, die Kühlkuppel kommt oben drauf. Danach habe ich noch den Zu- und Ablauf für das Kühlwasser installiert. Mein Partner hat mir hier eine Kupplung eingebaut, die ich an unseren Gartenschlauch stecken kann – sehr praktisch! Danach habe ich noch einen transparenten Schlauch an den Ablauf für das ätherische Öl und das Hydrolat angeschlossen und dann gings auch schon los. Hier hab ich das Foto der Destille beschriftet, damit ihr wisst, was gemeint ist. 😉

Destille beschriftet01

Durch das kochende Wasser im unteren Kessel steigt Wasserdampf auf und trifft auf die Pflanzenteile. Dadurch werden all die feinen Stoffe aus den Pflanzen gelöst. Dann treffen sie in der Kühlkuppel ein, dort wird der Wasserdampf abgekühlt und läuft dann in flüssiger Form über den Ablauf ins Auffanggefäß.

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Kühlkuppel während des Destillationsvorganges – die Spannung steigt

Ich war beinahe zu ungeduldig und dachte schon, es funktioniert nicht. Aber dann, plötzlich kam der erste Tropfen Hydrolat und danach ein ganzer Schwall. Ich hatte eine riesen Freude damit!

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Da läuft das erste Lavendelhydrolat den Ablauf runter ins Auffanggefäß

Sofort verbreitete sich der typische Duft von Lavendel und hüllte meine ganze Pergola ein, es roch herrlich!

Leider war am Ende des Destillationsvorganges noch nicht viel ätherisches Öl zu sehen. Der eine oder andere Tropfen schwamm auf der Oberfläche, es war jedoch zu wenig um es abzuziehen. Darüber bin ich aber nicht traurig, denn immerhin habe ich 160 ml Lavendelhydrolat gewonnen. Aber ihr könnt euch jetzt ungefähr vorstellen wie wertvoll die ätherischen Öle sind, wahre Schätze der Natur!
Mein Hydrolat habe ich noch abgefiltert und jetzt muss es noch 4 Wochen lang im kühlen Keller ruhen. Ich bin schon sehr gespannt, wie es dann duften wird.

Mein feines Lavendelhydrolat wird mit Sicherheit bei meinen nächsten Kopfschmerzen als Kompresse zum Einsatz kommen, auch ins Badewasser wird ein „Schluckerl“ davon kommen. Ich sprühe das Hydrolat auch gerne auf unsere Pölster und Bettdecken, so schlafen wir ganz wunderbar in einer Lavendelwolke.

Habt ihr schon mal Lavendelhydrolat verwendet? Wenn ja, wofür? Vielleicht habt ihr schon mal die eine oder andere Creme damit gerührt oder eine Kompresse gemacht? Teilt mir eure Erfahrungen mit, ich bin immer neugierig auf neue Erkenntnisse über Einsatzmöglichkeiten!

In meinem nächsten Beitrag erzähle ich euch etwas über meine bevorstehende Aromarunde. Am kommenden Freitag bin ich nämlich wieder unterwegs um über die wunderbaren Öle zu sprechen und andere Menschen damit zu verzaubern. Dieses Mal wird es um das Thema Entspannung gehen – darauf freue ich mich schon sehr!

Du möchtest auch eine Aromarunde machen und einen duften Nachmittag oder Abend mit deinen Freunden verbringen? Dann melde dich gerne bei mir und wir planen deine persönliche Runde gemeinsam!

Alles Liebe, eure Mel

 

Quellenangabe: „Hydrolate – Sanfte Heilkräfte aus Pflanzenwasser“ von Ingrid Kleindienst-John, Freya Verlag

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