Unlängst war ich alleine im Wald unterwegs – auch Mamas brauchen mal eine Auszeit 😉
Ich liebe die Ruhe und die entspannende Stille, das vielfältige Grün der Bäume und Gräser, ach es ist einfach so erholsam <3
Als ich so unterwegs war, stoch mir plötzlich eine Pflanze mit leuchtend-gelben Blüten ins Auge. Beim genaueren Hinsehen konnte ich erkennen, dass es ein Johanniskraut war. Ich freute mich sehr, dass dieses tolle Kraut nun auch hier wild wächst. In meinem Garten wächst es ja schon seit Jahren.

Den ersten Kontakt mit Johanniskraut (lat. Hypericum perforatum) hatte ich in der Steiermark auf einer Alm, wo wir schon sehr oft auf Urlaub waren. Damals war ich bei einer Barfußwanderung über die Alm mit der dort tätigen Wellness Trainerin unterwegs und wir sammelten die Blüten für das Johanniskrautöl (auch Rotöl genannt), welches bei der Dorn-Breuss Massage zum Einsatz kommt. Der eckige Stängel und der rote Farbstoff, das Hypericin, in den Blüten und Blättern sind wohl die bekanntesten Erkennungsmerkmale. Das wunderbare Kraut speichert die Energie der Sonne und seine positiven Eigenschaften sind auch der Schulmedizin bekannt. Das Rotöl wird zB. bei Bandscheibenproblemen, Verbrennungen, Verstauchungen und Blutergüssen wegen seiner kühlenden und schmerzstillenden Eigenschaften eingesetzt, aber auch bei nervösen Beschwerden aller Art und sogar depressiven Verstimmungen. Hildegard von Bingen nannte es „die Arnika der Nerven“. Besonders im Winter findet es daher in stimmungsaufhellenden Teemischungen sehr oft Verwendung.

Da das Johanniskraut photosensibilisierende Eigenschaften hat, das bedeutet es kann die Haut lichtdurchlässiger machen, sollte man es niemals vor dem Sonnenbaden auftragen, denn es können Verbrennungen entstehen.

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Johanniskraut aus meinem Garten

Jedes Jahr setze ich mein Johanniskrautöl – also ein Mazerat – selbst an, um es als Basis für Balsame oder Salben zu verwenden. Dafür nehme ich ein weithalsiges großes Weißglas und fülle die eben gepflückten Johanniskrautblüten ein. Die Blüten sammle ich an einem sonnigen Tag gegen Mittag, wenn der Morgentau schon weg ist. Diese übergieße ich dann mit einem hochwertigen kaltgepressten Olivenöl bis alle Blüten gut bedeckt sind und stelle das Glas dann verschlossen an einen sonnigen Ort. Wenn man es draußen stehen hat, dann sollte man es geschützt vor Regen aufstellen, damit keine Feuchtigkeit eindringen kann. Das Glas muss jeden Tag kräftig geschüttelt werden, damit alle Pflanzenteile gut mit Öl bedeckt sind und so die Schimmelbildung vermieden wird. Nach ca. 8 Wochen, wenn das Öl dunkelrot geworden ist, filtere ich es durch ein Tuch ab und fülle es in eine desinfizierte dunkle Flasche um. Es sollte kühl gelagert werden und je nachdem, wie hygienisch man gearbeitet hat, kann es bis zu 2 Jahren halten. Bei mir ist es aber schon oft davor aufgebraucht 😀

Mein Tipp für euch:
Wer zu lange in der Sonne war, kann sich mit Johanniskrautöl ein sehr angenehmes After-Sun Öl machen:
20 ml Johanniskrautöl
20 ml Mandel- oder Jojobaöl
10 Tropfen Sanddornfruchtfleischöl
5-6 Tropfen ätherisches Lavendelöl
Alles miteinander vermischen und direkt nach dem Duschen auf die feuchte Haut auftragen. Am nächsten Morgen ist ein Sonnenbrand so gut wie weg, die Haut juckt oder brennt nicht mehr und fühlt sich angenehm gepflegt an.

Habt ihr auch schon mal Johanniskrautöl verwendet? Wenn ja, wofür? Ich freue mich über eure Erfahrungen.

Weil es so gut zum Sommer passt, erzähle ich euch in meinem nächsten Beitrag etwas über das ätherische Zitronenöl. Natürlich bekommt ihr auch wieder das eine oder andere Rezept! 😉

Alles Liebe & bis bald,

eure Mel

 

Quellenangabe: „Die Kraft der wertvollsten Pflanzenöle“ von Tina Krupalija und Ingrid Karner, kneipp Verlag Wien

„Die Kräuter in meinem Garten“ von Siegrid Hirsch und Felix Grünberger, freya Verlag